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barbar.dev
Von Veröffentlicht 3 Min. Lesezeit

Warum ich Angst habe, mich aufzunehmen

Warum selbst der Selfie-Stick im Auto blieb, was mir meine Reaktion auf das Video einer Freundin gezeigt hat und weshalb ich trotzdem weiter aufnehme.

  • Persönliche Entwicklung
  • YouTube
  • Angst
  • Sichtbarkeit
  • Kommunikation
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Der Selfie-Stick blieb im Auto. Ich hatte ihn extra mitgenommen, aber schon der Gedanke, damit zwischen anderen Menschen durch den Supermarkt zu laufen, war mir unangenehm. Also ging ich ohne hinein. Aufgenommen habe ich trotzdem.

YouTube schiebe ich schon lange vor mir her. Es fehlt weder an Themen noch an Lust, Videos zu machen. Was mich bremst, ist die Frage, was andere Leute denken, wenn sie mich mit einer Kamera sehen oder später das Ergebnis anschauen.

Die Angst im Supermarkt

Im Supermarkt wurde diese Angst sehr konkret. Ich wollte den Ort beinahe wieder verlassen, obwohl objektiv kaum etwas auf dem Spiel stand. Vielleicht schaut jemand kurz. Vielleicht findet jemand das Video peinlich. Mehr passiert wahrscheinlich nicht.

Diese Erkenntnis lässt das unangenehme Gefühl nicht einfach verschwinden. Trotzdem hilft mir die Frage: Was ist das Schlimmste, das tatsächlich passieren kann? Sobald ich darauf eine konkrete Antwort suche, wirkt die Situation kleiner als vorher in meinem Kopf.

Bei anderen sehe ich zuerst den Mut

Eine Freundin von uns hat angefangen, Shorts für ihr Business aufzunehmen. Als ich eines ihrer Videos sah, dachte ich nicht: Wie peinlich. Mein erster Gedanke war, dass es mutig und ziemlich cool ist, dass sie sich das traut.

Dabei ist mir ein Widerspruch aufgefallen. Bei anderen sehe ich den Mut, etwas auszuprobieren. Bei mir selbst rechne ich zuerst mit Ablehnung. Es gibt keine Garantie, dass jeder freundlich reagiert. Aber vielleicht beurteilen mich viele Menschen ähnlich, wie ich diese Freundin beurteilt habe: deutlich weniger hart, als ich befürchte.

Hoffen wir mal, dass es stimmt.

Der erste Versuch darf unbeholfen sein

Wahrscheinlich wirken meine ersten Videos an manchen Stellen unbeholfen. Ich habe noch nicht viel Übung darin, frei in eine Kamera zu sprechen oder mich zu filmen, während andere Menschen in der Nähe sind. Warum sollte der erste Versuch schon selbstverständlich aussehen?

Mein Ziel ist deshalb nicht, sofort souverän zu wirken. Ich möchte jeden Tag ein Video veröffentlichen und versuchen, jedes ein Stück besser zu machen als das vorherige. Ob dieser Rhythmus dauerhaft funktioniert, weiß ich noch nicht. Die Richtung ist trotzdem klar: aufnehmen, anschauen, etwas lernen und wieder aufnehmen.

Keine Rolle spielen

Beim Schneiden ist mir aufgefallen, dass ich stellenweise uninteressiert wirken könnte. Meine erste Reaktion war, darüber nachzudenken, wie ich lebhafter oder unterhaltsamer erscheinen kann. Gleichzeitig möchte ich mir für Videos keine Persönlichkeit bauen, die mit mir wenig zu tun hat.

Ich will verständlicher und mit mehr Sicherheit sprechen. Das ist etwas anderes, als eine Rolle zu spielen. Wenn ich regelmäßig aufnehme, hoffe ich, diese Grenze besser kennenzulernen.

Dieses Video beweist nicht, dass meine Angst irrational ist und nun verschwindet. Ich hatte sie im Supermarkt, beim Sprechen und wahrscheinlich auch beim Veröffentlichen. Der Unterschied ist nur, dass diesmal trotzdem eine Aufnahme entstanden ist.

Der Selfie-Stick lag weiterhin im Auto. Für diesen Versuch war das in Ordnung. Aufgenommen habe ich trotzdem. Ob mir das tägliche Hochladen gelingt und wirklich jedes Video besser wird, weiß ich nicht. Und selbst wenn nicht, dann ist das halt so.